Die Möglichkeit, den Urin zu diagnostischen Zwecken zu
nutzen, hat in allen Medizinsystemen eine lange Tradition. Viele Produkte der abbauenden und ausscheidenden Kräfte im
Organismus zeigen sich in der Nierenausscheidung. Die klassische
Harnschau ist fast schon ein kleines
Lehrgebäude für sich und wurde von Niels Krack ausführlich beschrieben (Niels
Krack, Die Harnschau, Karl F. Haug Verlag Heidelberg 1986).
In den 50er Jahren, lange bevor die
Mehrfachreagenzträger (Urinteststreifen) auf den Markt kamen, war es
Laborroutine, den Urin mit bestimmten chemischen Reagenzien zu versetzen, die
einen definierten Bezug zu verschiedenen Eiweißgruppen, Gallenfarbstoffen,
Glukose etc. haben. Man erhielt damit einen recht guten Überblick über
funktionelle Organstörungen und Stoffwechselentgleisungen
In Anlehnung an diese alte Harndiagnostik erfolgt bei der klassischen Harndiagnostik die
Verwendung von vier verschiedenen Reagenzien zum Urin.
Störungen der Funktionen des Herz-Kreislaufsystems, Galle-,
Lebersystem, Darm und Darmschleimhaut, Nieren und die Bauchspeicheldrüse können so sichtbar gemacht werden und zeigen oftmals auch
Richtung und Ausmaß der pathologischen Situation.
Hinweis:
Die Klassische Harnschau ist
in der Schulmedizin nur teilweise anerkannt. Sie gehört zu den diagnostischen Methoden der Alternativmedizin
und kann somit sinnvoll andere Diagnoseverfahren ergänzen.