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Anamnese und körperliche Untersuchung
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1. Die Anamnese (griech.: Erinnerung)
bedeutet das In-Worte-Bringen des Vergangenen.
Sehr gründlich und ausführlich wird die Vorgeschichte des
Patienten erfragt, ebenso die Krankheitsentwicklung und die aktuelle
Befindlichkeit.
Eine wichtige Rolle spielen auch die Familienanamnese (ähnlich Erkankungen bei
anderen Familienmitgliedern) und die gegenwärtige Lebenssituation des Patienten
(Lebens-, Wohn-, Arbeitsverhältnisse, Partnerschaftsprobleme, Sorgen,
permanente Überforderung, ....)
Die Anamnese ist keine Untersuchung, sondern nur eine Befragung bzw. ein
Gespräch, das lediglich der Bestandsaufnahme dient und noch kein
therapeutisches Anliegen hat. Um Ihnen und mir Zeit zu sparen, gebe ich Ihnen einen Anamnesebogen mit, den Sie bitte sorgfältig ausfüllen und mir bis zum nächsten Termin zukommen lassen. So kann ich mir ergänzende Schritte überlegen.
2. Die körperliche Untersuchung umfasst die
- Inspektion (lat.: Einsicht,
Durchsicht) - die Betrachtung des nahezu unbekleideten Körpers gibt
Informationen zum allgemeinen Körperzustand, zum Körperbau, den
Proportionen, der Haut, sowie krankhaften Veränderungen von
der Norm.
- Palpation (lat.: streicheln) -
Abtasten der Körperoberfläche, um darunter
liegende Organe und Körperstrukturen zu beurteilen. Dabei spielen die
Konsistenz, Elastizität, Beweglichkeit, Schmerzempfindlichkeit und Größe
der Organe und Körperstrukturen eine wichtige Rolle.
- Auskultation (lat.: zuhören,
horchen) - Abhören eines Organs mit dem Stethoskop.
Auskultiert werden die Lungen,
um festzustellen, ob das Atemgeräusch normal oder
pathologisch ist bzw. ob
Atemnebengeräusche (Rasselgeräusche, Reibegräusche) vorhanden sind.
Beim Abhören des Herzens
unterscheidet man zwischen Herztönen und Herzgeräuschen.
Die Auskultation des Bauches dient
der Beurteilung der Darmtätigkeit, insbesondere zur Erkennung eines
Darmverschlusses. Blutgefäße werden
ebenfalls abgehört. Bei Strömungsgeräuschen liegt eine Verengung der
Gefäße vor.
- Perkussion bedeutet in der
Medizin das Abklopfen der Körperoberfläche. Das darunter liegende Gewebe
wird in Schwingungen versetzt, und über die daraus entstehenden unterschiedlichen
Schallqualitäten können die Größe und Lage von Organen beurteilt werden,
ebenso wie der Luftgehalt des Gewebes (Lunge).
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