Eigentlich ist Vitamin D gar kein Vitamin. Die Substanz ähnelt eher
einem Hormon, das vom Körper selbst hergestellt wird – aus Cholesterin mithilfe der Sonnenbestrahlung der Haut durch UVB-Licht. Wichtig für die Bildung von aktivem Vitamin D sind dazu noch die Leber und die Niere!
In unseren Breitengraden ist die Kraft der Sonne überhaupt nur von
Mitte Mai bis Mitte Oktober ausreichend um genügend Vitamin D in der
Haut produzieren zu können. Nur wenige übliche Nahrungsmittel, wie z.B. Ei, Shiitake-Pilze, Leberöle von Fischen sowie gekochte Tunfische, Makrelen, Sardinen und Lachs enthalten nennenswerte Mengen Vitamin D.
Die Folgen des Vitamin D Mangels können durch ein tägliches Sonnenbad ohne Verwendung eines Sunblockers oder durch die Einnahme von Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel vermieden werden. Besonders wichtig ist die Vitamin D Zufuhr im Winter, in Industriestädten bzw. Großstädten mit erhöhter Smogbelastung und bei Personen, die die meiste Zeit berufs- oder krankheitsbedingt in geschlossenen Räumen verbringen. Auch können ältere Menschen durch die "dünner werdende Haut" weniger Vitamin D produzieren.
Vitamin D ist
unabdingbar, damit sich die Knochen normal entwickeln und gesund
bleiben. Im Mangelfall drohen bei Kindern Rachitis und bei Erwachsenen Knochenerweichung, (Osteomalazie) und die im Alter gefürchtete
Osteoporose.
Vitamin D kann aber noch mehr: mittlerweile hat die Forschung an fast allen Geweben des menschlichen Körpers Bindungsstellen (sog. Rezeptoren) für Vitamin D gefunden. Vitamin D greift so vielfältig in den Stoffwechsel ein - nicht nur in den Calcium- und Knochenstoffwechsel, wie man jahrelang dachte! In den Zellen wirkt die Substanz als Schalter, über den an die 1000
Gene gesteuert werden.
- Beispiel Immunsystem. Vitamin D hilft z.B. bestimmten Immunzellen körpereigene Antibiotika (z.B. Cathelicidin) zu produzieren. Studien haben u.a. gezeigt, dass eine Vitamin D-Suppelmentierung ebenso wirksam vor Grippe-Viren "schützt" wie eine Grippe-Impfung. Mit Vitamin D wird darüber hinaus wird das Gleichgewicht
zwischen allergischen und autoimmunen Entzündungsprozessen beeinflusst,
was sich stabilisierend auf Erkrankungen wie Neurodermitis,
Schuppenflechte, Rheuma, Multiple Sklerose oder chronisch entzündlicher
Darmerkrankungen auswirken kann.
- Beispiel Muskeln. Eine ausreichende
Vitamin-D-Versorgung stärkt die Muskeln und stimuliert ihr Wachstum.
Dadurch wird etwa das Risiko von Stürzen bei Älteren verringert.
Beispiel Krebs. Untersuchungen deuten darauf hin,
dass bei einem niedrigen Vitamin-D-Gehalt des Blutes das Risiko für Brust-,
Prostata- und Darmkrebs um 30 bis 50 Prozent steigt. Und wie eine Studie
im amerikanischen Nebraska ergab, sank das Krebsrisiko bei Frauen
jenseits der 55 im ersten Jahr um 77 Prozent, wenn sie täglich
1100 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D3 einnahmen.
Beispiel Herz-Kreislauf.
Mangel an Sonnenlicht oder Vitamin D wird mit einem erhöhten Risiko für
Herzinfarkt, Schlaganfall, Pumpschwäche des Herzens und arterieller
Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit") in Verbindung gebracht.
Studien zeigten, dass bei einer durchschnittlichen Vitamin-D-Gabe von
530 IE pro Tag Herz-Kreislauferkrankungen rückläufig waren. m Alter. Auch hier wurden Mindestdosen von 800 IE bzw. 20 µg Vitamin D ermittelt.
Beispiel Nervensystem. Vitamin D fördert die
Bildung des Schutzmantels der Nervenfasern und wirkt entzündungshemmend.
Hier wird nach Forschungsergebnissen eine präventive Wirkung auf
Alzheimer oder auf Parkinsonerkrankung sowie Multiple Sklerose vermutet.
Beispiel psychische Ebene. Vitamin D bewirkt eine Verbesserung depressiver Verstimmungen durch spezielle Rezeptoren im Gehirn.
In unseren "sonnenarmen" Breitengraden findet sich bei Laborbestimmungen etwa bei jedem zweiten Menschen ein Vitamin D-Mangel.
Eine ausreichende Versorgung mit
dem Sonnenhormon kann somit das Risiko von
chronischen Krankheiten wie Krebs, Herz- und Gefäßleiden, Diabetes und
Multiple Sklerose verringern.
Die Vitamine A und D sind Partner bei den in der Zelle stattfindenden biochemischen Vorgängen. Vitamin A beeinflusst die Produktion und das Gleichgewicht der Geschlechts- und der Nebennieren-Hormone und unterstützt das Immunsystem. Es ist auch notwendig, damit Vitamin D in unseren Genen aktiv werden kann. Niedrige Vitamin-A-Spiegel führen zu mehr Infektionen, erhöhter Entzündungsbereitschaft in den Epithelzellen und anderen immunologischen Problemen. Vor kurzem wurde herausgefunden, dass Vitamin A ein entscheidender Faktor bei der zellulären Energieproduktion ist. Eine relative Überversorgung mit Vitamin A oder D scheint einen relativen oder funktionellen Mangel des jeweils anderen Vitamins nach sich zu ziehen. Dies gilt selbst dann, wenn der Blutspiegel von einem der beiden im Normbereich ist, aber der des anderen zu hoch.
Im Körper kommt eine Speicherform des Vitamin D, sowie eine aktive und
nur kurz haltbare Form vor. Zur Messung des Vitamin D Spiegels wird
dessen Speicherform im Blut bestimmt, um zu klären ob der Körper
ausreichend mit Vitamin D versorgt ist. Als zur Zeit offiziell
ausreichende Konzentration werden in der Schulmedizin noch Werte von
über 20 ng/ml angegeben, aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse
zeigen jedoch, dass die optimale Konzentration weit darüber, etwa bei
40-80 ng/ml liegen dürfte.
Wenn Sie es ganz genau wissen möchten:
Ihr Vitamin D3-Spiegel (25-Hydroxy-Vitamin D) kann mit einem einfachen Bluttest - auch aus dem "Fingerblut" - bestimmt werden. Kosten ca. 25-30 €.
Danach kann adäquat substituiert werden. Zur Kontrolle des Vitamin-D-Status sollten Sie regelmäßig Ihren Kalzium-Spiegel in Blut und Urin überprüfen lassen. Bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn (CED) bzw. bei lang andauernden Substitutionen mit Vitamin D sollte auch der Vitamin A-Spiegel berücksichtigt werden!
Mein Rat:
Nehmen Sie in der "dunklen Jahreszeit" täglich ein Nahrungsergänzungsmittel mit 2.000
Internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D3 ein. Diese Form kann am besten
vom Körper aufgenommen werden. Essen bzw. trinken Sie dazu etwas Käse
oder Milch, das darin enthaltene Fett macht das Vitamin besser
verwertbar. Nach zwei bis vier Monaten sollten Sie Ihren 25(OH)-Vitamin
D3- Spiegel im Blut von Ihrem Hausarzt oder Heilpraktiker kontrollieren lassen. Ihre
Blutwerte sollten sich zwischen mindestens 40 bis 60 ng/ml bewegen. Liegen sie
darunter, erhöhen Sie Ihre tägliche Vitamin D3-Dosis.
weiterführende Infos: www.vit-d.info (Frau Dr. med. Höck, Köln)